Weihnachtsandacht für Zuhause
Gottes Licht leuchtet hell in der Dunkelheit


(Diese Andacht können Sie zu Hause mit Ihrer Familie und/ oder Freunden oder allein feiern. Was Sie brauchen: etwas Ruhe, eine Kerze und die Zuversicht, dass Gott da ist.)
Wir feiern Weihnachten anders als sonst. 
Wir sind nicht allein. Gott ist bei uns. 
In seinem Namen sind wir zusammen,
im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Lied: Stern über Bethlehem, Strophe 1 (die Liedstrophen können gelesen, gesungen oder gehört werden)
Stern über Bethlehem, zeig uns den Weg,
führ uns zur Krippe hin, zeig wo sie steht,
leuchte du uns voran, bis wir dort sind,
Stern über Bethlehem, führ uns zum Kind.

Gebet
Barmherziger Gott, 
komm du zu uns und lass es bei uns Weihnachten werden.
Führ du uns zum Kind in der Krippe,
deinem Sohn, dem Zeichen der Hoffnung für uns Menschen.
Gerade nach diesem Jahr, das uns so viel abverlangt hat,
sehnen wir nach Geborgenheit, Gemeinschaft und Frieden.
Barmherziger Gott, 
lass dein Licht der Weihnacht in der Dunkelheit aufleuchten. Amen.

Weihnachtsgeschichte: Lesung aus dem Lukasevangelium (Kapitel 2, Verse 1-17)
Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das judäische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum dass er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf dass er sich schätzen ließe mit Maria, seinem ver-trauten Weibe; die war schwanger. 
Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wi-ckelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. 

Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Her-de. Und des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens. 

Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. 1

Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich über die Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.

Lied: Stern über Bethlehem (Strophe 2)
Stern über Bethlehem, nun bleibst du stehn
und lässt uns alle das Wunder hier sehn.
das da geschehen, was niemand gedacht,
Stern über Bethlehem, in dieser Nacht.

Gottes Stern leuchtet hell in der Dunkelheit
Dunkel ist es auf den Feldern in der Nähe von Bethlehem. Nur die Sterne funkeln am Himmel. Eine Nacht wie so viele schon vorher. Die Hirten sitzen beieinander. Sie sind wachsam, kein wildes Tier soll den ihnen anvertrauten Schafen zu nahe kommen. Müde sind sie von der Arbeit des Tages. Doch plötzlich horchen sie auf. Die Herde wird unruhig. Dann wird es hell: Gottes Engel erscheint ihnen und bringt ihnen die frohe Botschaft: Euch ist heute der Heiland geboren!
Wahrscheinlich werden die Hirten erst einmal den Kopf geschüttelt haben, vielleicht hat sich der ein oder andere gezwickt, um sicher zu gehen, dass er nicht träumt. Sollte diese tiefe Hoffnung der Menschen auf den Messias und den damit verbundenen Frieden tatsächlich erfüllt werden? Vielleicht ist einem Hirten auch der Hoffnungssatz des Propheten Jesaja eingefallen: Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein gro-ßes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.“

(Die bereitgestellte Kerze anzünden)

Diese Sehnsucht nach Licht und Gemeinschaft sowie die Hoffnung auf Frieden verbindet uns mit vielen Menschen - gerade in dieser Zeit der Corona-Pandemie. Wie sehr wünschen wir uns, dass wir wieder ge-meinsam singen, beten, feiern können. Und wir hören die Botschaft der Engel: „Fürchtet euch nicht!“ Seid zuversichtlich, auch gegen alle Zweifel und Ängste. 


Auch die Hirten waren verwirrt und ängstlich, nachdem die Engel ihnen die Botschaft übermittelt hatten. Deswegen machten sie sich auf den Weg, um sich selbst zu überzeugen. Und sie finden den Heiland: sie sehen ein Kind, dessen Bett ein Futtertrog ist. Das ist der Heiland, der alles verändern und das Leben vieler erleuchten wird. Die Hirten erkennen beim Anblick dieses Neugeborenen, dass in diesem ärmlichen Stall in Bethlehem etwas Besonderes geschehen ist: Gott wird Mensch, er ist den Menschen ganz nah. So wird die dunkle Nacht hell erleuchtet von den Engeln und dem Stern, die auf das neugeborene Kind und die damit verbundene Hoffnung hinweisen. Die Dunkelheit wird vom Licht verdrängt. Und die Botschaft der Engel von Zuversicht und Hoffnung wird in die Welt und zu den Menschen getragen: „Fürchtet euch nicht! Euch ist der Heiland geboren.“ Und das Licht leuchtet auf in der Finsternis.


Zu Beginn der Corona-Krise haben viele Menschen abends eine Kerze in ihr Fenster gestellt und ein Gebet gesprochen, um zu zeigen, dass wir nicht allein sind und dass es Grund zur Hoffnung gibt. Die Kerze war ein Symbol für das Licht, das die Dunkelheit, die Sorgen und Ängste vertreibt. Wir sind nicht allein, weil wir in unserem Glauben und in unserer Hoffnung verbunden sind und weil Gott ganz nah bei uns ist. Auch wenn wir ihn nicht immer wahrnehmen, können wir sicher sein, dass Gott mitten unter uns ist – damals, heute und auch in Zukunft. 

Lied: Stern über Bethlehem (Strophe 4)
Stern über Bethlehem, kehrn wir zurück
steht noch dein heller Schein in unserm Blick,
und was uns froh gemacht, teilen wir aus, 
Stern über Bethlehem, schein auch zu Haus‘.

Fürbittengebet
Barmherziger Gott,
in dem Kind in der Krippe kommst du uns Menschen ganz.
Du lässt dein Licht in der Dunkelheit aufleuchten.
Wir denken an alle, die dein Licht in ihrem Leben benötigen:
an die Einsamen und Traurigen,
an die Verzweifelten und Wütenden,
an alle Menschen, die im Krieg und auf der Flucht sind,
an die Armen und Bedürftigen.
(An dieser Stelle können Sie in Gedanken oder Worten 
noch Menschen einfügen, 
an die Sie besonders denken)
Sende du uns dein Licht, 
so dass wir dein Licht in die Welt tragen können

Unser Vater im Himmel. 
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme. 
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib und heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben, unseren Schuldigern
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen

Lied: Oh du fröhliche (Gelesen, gesungen oder gehört)
O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Welt ging verloren, Christ ist geboren.
Freue, freue dich, o Christenheit.
O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Christ ist erschienen, uns zu versühnen:
Freue, freue dich, o Christenheit.
O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Himmlische Heere jauchzen dir Ehre:
Freue, freue dich, o Christenheit.

Bitte um den Segen
Wir bitten dich, Gott, segne uns:
Lass dein Licht über uns leuchten.
Gib das Licht der Hoffnung in unser Herz
und schenke uns und allen Menschen Frieden. Amen.