Unsere Orgel

Die Orgel in unserer Versöhnungskirche wurde von der Firma Walcker erbaut.

Die 1524 Pfeifen unserer Orgel können durch die insgesamt 112 Tasten der beiden Manuale und durch die 30 Pedaltasten angesteuert werden. Wenn Luft durch eine Pfeife strömt, entsteht ein Ton.

Winderzeugung

Die Luft, durch die die Orgelpfeifen zum Klingen gebracht werden, wird durch ein mit einem Elektromotor angetriebenes Gebläse erzeugt.
Von diesem Gebläse wird die Luft durch Windkanäle zu den Windladen geführt. Den Windladen sind Magazinbälge zugeordnet, damit immer genügend Wind zur Verfügung steht. Durch Federn wird der Wind auf einen bestimmten Druck gebracht. Die Orgelpfeifen stehen aufgereiht nach Tonhöhen und Klangfarben (Register) auf den „Windladen“.

Eine zweifache Steuerung der Luft ist erforderlich, damit nur die gewünschten Pfeifen erklingen.

1. Durch Tastendruck wird über die Spieltraktur ein Ventil unter der entsprechenenden Pfeife geöffnet.

Spieltraktur

Die Spieltraktur verbindet die Tasten mit den Windladen. Diese Traktur besteht aus Zugruten, Winkeln und Wellen. Durch das Drücken einer bestimmten Taste wird ein Hebelweg in Gang gesetzt, der über ein Wellenbrett zu den Windladen mit den Pfeifen führt und dort das entsprechende Ventil unter der Pfeife öffnet. Das Ventil gibt ein Loch frei und der Wind kann in die Pfeife strömen.

2. Durch Ziehen eines Registerknopfes erklingt der entsprechende Ton dieser Klangfarbe. In unserer Orgel gibt es 22 Register (Pfeifengruppen der gleichen Bauart, Klangfarbe und Lautstärke).

Registertrakur

Unter allen Pfeifen verschiedenen Registers aber des gleichen Tones befindet sich eine kleine Luftkammer, die "Tonkanzelle", die mit Luft gefüllt wird, sobald man einen Ton spielt. Damit aber nicht jedesmal alle Register erklingen, wenn man einen Ton spielt, liegen unter den Pfeifen die "Schleifen-Bretter". Das sind lange flache Leisten mit Löchern, die durch das Ziehen der Register so verschoben werden, dass entweder die Löcher genau unter den Pfeifen sind und so die Pfeifen klingen können oder die Windzufuhr versperrt ist.

Es gibt Pfeifen aus Holz oder Metall, Pfeifen mit rundem oder viereckigem Querschnitt, in konischer oder zylindrischer Form, enge und weite, offene oder mit einem Deckel verschlossene Pfeifen.

Die Namen vieler Register stammen von Musikinstrumenten, denen sie im Klang ähneln (z. B. Trompete oder Flöte).

Es gibt zwei verschiedene Pfeifentypen.

1. Die Lippenpfeifen (Labialpfeifen) funktionieren ähnlich wie eine Blockflöte.

Beim Anblasen wird ein Luftstrom gegen eine Kante in der Pfeife geleitet; die Luft in der Pfeife beginnt zu schwingen.

Die Prinzipale sind wichtige Orgelregister, die in jeder Orgel vorkommen und einen tragenden Klang erzeugen. Sie zieren den Orgelprospekt (Fassade). 

Klangbeispiel (Prinzipal 8')

Die Länge der Pfeife bestimmt die Tonhöhe. Je länger der Pfeifenkörper ist, umso tiefer klingt der Ton.

Die Tonlage eines Registers wird in „Fuß“ (etwa 30 cm) angegeben; damit ist die Länge der Pfeife für den Ton C (große Oktave, auf den meisten Orgelklaviaturen der tiefste Ton) gemeint. Die „Grundregister“ der Orgel, die so klingen, wie sie notiert sind, sind „Achtfuß-Register“ (8'). Die längste Pfeife eines 8'-Registers ist also etwa 2,40 m lang. Die anderen Pfeifen des Registers sind proportional kürzer.
Neben den 8'-Registern gibt es in der Orgel Register, die eine (4') oder zwei Oktaven (2') oder auch z. B. eine Quinte höher klingen. Die tiefen Lagen für das Pedal sind in unserer Orgel durch 16'-Register vertreten, die eine Oktave tiefer klingen als notiert. 

Flöten sind weite Lippenpfeifen.

Klangbeispiele

Rohrflöte 4'

Hohlflöte (Pedalregister)

Waldflöte 2' (mit Gemshorn 8')

Die Pfeifen des Registers Salicional 8' haben einen geringeren Durchmesser und klingen ähnlich wie Streichinstrumente.

Klangbeispiel

Die Pfeifen des Registers Gemshorn 8' sind konisch gebaut und klingen recht zart. 

Klangbeispiel

Bei dem Register "Mixtur" werden mehrere hochklingende Pfeifenreihen zu einem Register gemischt.
In unserer Orgel erklingen 4 oder 5 Pfeifen verschiedener Tonhöhen pro Taste (Oktaven und Quinten).
Dieses Register verleiht dem Orgelklang einen strahlenden und festlichen Charakter.

2. Die Zungenpfeifen funktionieren ähnlich wie eine Mundharmonika oder eine Klarinette.

Durch die Windzufuhr wird eine Zunge zum Schwingen gebracht, die die Schwingungen auf die Luftsäule im Pfeifenkörper überträgt. Je länger die Zunge ist, umso tiefer klingt die Pfeife.

Hier einige Klangbeispiele

Trompete 8'

Krummhorn 8'

Fagott 16' (die tiefsten Töne der Orgel)

Klangbeispiel (Orgelklang mit Mixtur und den Zungenregistern)

Das Schöne beim Orgelspiel ist, dass jedes Register einzeln spielbar ist und mit jedem anderen Register kombiniert werden kann.

Man kann z. B. mit einer Hand eine Solostimme spielen und die Begleitung mit der anderen Hand auf einem anderen Manual und mit den Füßen.

Klangbeispiele

Blockflöte 4' (mit Gedeckt 8') als Solostimme

Waldflöte 2' (mit Gemshorn 8') als Solostimme

Quinte 1 1/3' (mit Gedeckt 8') als Solostimme

Sesquialter (mit Gemshorn 8') als Solostimme

Plenum (volles Werk)