Ökumenischer Jugendkreuzweg 2020 - Tag für Tag

Mit Palmsonntag beginnt die Karwoche, die Woche im Jahr, in der sich Christinnen und Christen aus der ganzen Welt auf das Leiden und Sterben Jesu vorbereiten. Dieses Jahr ist alles anders. Wir können uns nicht gemeinsam treffen, Gottesdienste feiern, zusammen beten, das Abendmahl empfangen. Wir bleiben – wo es geht – zu Hause, um der weiteren Verbreitung des Corona-Virus entgegenzuwirken. Wir können die Kar- und Osterzeit dieses Jahr nicht so begehen, wie wir es kennen, sondern müssen alternative Wege finden. Deshalb zeigen wir Ihnen hier an jedem Tag der Karwoche bis Ostersonntag ein Bild des ökumenischen Jugendkreuzweges, dazu eine Bildbetrachtung, einen Bibeltext, einenGedanken, ein Gebet. Der Kreuzweg lädt jeden und jede dazu ein, einmal am Tag kurz inne zu halten und sich auf den Leidensweg Jesu einzulassen. Die Bilder des Jugendkreuzweges sind Ikonen, wirken für uns Evangelische manchmal fremd, so fremd wie die Beschäftigung mit Leiden und Tod. Und so fordern uns diese Bilder heraus und bereiten uns vor auf das Sterben und die Auferstehung Jesu. Ikonen werden in der christlich-orthodoxen Konfession verehrt. Sie zeigen im Mittelpunkt eine bestimmte Person der Heilsgeschichte. Die Buchstaben erläutern, wer gezeigt wird. Die Ikonen, die im Mittelpunkt des diesjährigen Ökumenischen Jugendkreuzweg stehen, sind entworfen vom Künstler Alexander Stoljarov und bilden den Ikonenkreuzweg der Gemeinde St. Hubertus in Dresden. (Weitere Informationen zum Ökumenischen Kreuzweg der Jugend finden Sie unter https://jugendkreuzweg-online.de/)



Sonntag, 5. April 2020: Jesus wird verurteilt
Viele Menschen nehmen an dem Gerichtsverfahren gegen Jesus teil. Einer schaut weg, will mit diesem Prozess und seinem Ausgang nichts zu tun haben. Andere sehen hin, nichts soll ihnen entgehen. Auf einem Thron sitzt der Richter: es ist Pilatus, der Statthalter der römischen Besatzungsmacht. Nur er kann das Urteil fällen. Im Vordergrund sieht man Jesus in einem purpurfarbenen Gewand, Zeichen seiner göttlichen Würde. Jesus beugt sich zu Pilatus, ihre Augen treffen sich. Pilatus wird Jesus verurteilen, obwohl er keine Schuld an Jesus findet. Es ist ein ungerechtes Urteil. Jesus nimmt es so hin, äußerlich gelassen. Er weiß, dass menschliche Macht nichts mit wahrer Stärke zu tun hat.
Jesus aber wurde vor den Statthalter gebracht; und der Statthalter fragte ihn und sprach: Bist du der König der Juden? Jesus aber sprach: Du sagst es. Und als er von den Hohenpriestern und Ältesten verklagt wurde, antwortete er nichts. Da sprach Pilatus zu ihm: Hörst du nicht, was sie alles gegen dich vorbringen? Und er antwortete ihm nicht auf ein einziges Wort, sodass sich der Statthalter sehr verwunderte. (Mt 27,11-14)
Jesus wird verurteilt, obwohl er unschuldig ist. Und ich spüre Ärger über dieses ungerechte Urteil. Doch dann frage ich mich: Wie oft urteile ich, ohne Hintergründe zu kennen? Ich sehe beim Spazierengehen eine Gruppe Menschen am Ufer des Sees sitzen und denke: „Die wohnen doch bestimmt nicht alle zusammen. Diese Gruppe setzt sich über die Kontaktsperre, die zur Verhinderung der Ausbreitung des Corona-Virus besteht, hinweg.“ Urteil gefällt! Ohne Beweise, nur aufgrund von Indizien. Allzu oft urteile ich voreilig und oberflächlich, allzu oft gebe ich meinem Gegenüber keine Chance, sich zu erklären.
Barmherziger Gott, du schaust gnädig auf unser Handeln, Reden und Denken, auch wenn wir nicht gnädig auf andere schauen. Gib uns die Weisheit, genauer zu hinzuschauen und nachzufragen, statt andere vorschnell zu verurteilen. Amen.



Montag, 6. April 2020: Jesus trägt sein Kreuz
Da geht Jesus, der zum Tode Verurteilte, und trägt selber sein Hinrichtungsinstrument, das Kreuz, zur Stätte seines Todes. Schwer drückt es auf seine Schulter, gebeugt geht er seines Weges. Fast sieht es so aus, als wollte der römische Soldat Jesus helfen. Mit seiner schweren Last zieht Jesus durch die Stadt, vorbei an vielen Schaulustigen. Einige Menschen am Wegesrand schauen betreten zur Seite, andere mustern ihn ohne Mitleid im Blick. Jesus selbst scheint das alles nicht wahrzunehmen: seine Augen sind nach oben, zum Himmel gerichtet.
Sie nahmen ihn aber, und er trug selber das Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißt Schädelstätte, auf Hebräisch Golgatha. (Joh 19,17)
Niedergedrückt sind zurzeit die Gedanken gerade von älteren Menschen. Allein oder zu zweit sitzen sie in ihren Wohnungen oder Zimmern im Pflegeheim, nicht wissend, wann sie diese verlassen können. Unsicher, wie und wo man sich infizieren kann. Traurig, weil keine sozialen Kontakte, auch zu Kindern und Enkelkindern, möglich sind. Viele von uns sind durch die neuen Herausforderungen belastet. Wir sehen die Notwendigkeit dieser Maßnahmen ein, aber trotzdem belasten sie den ein oder anderen mehr oder weniger. Niedergedrückt von den Belastungen dieser Zeit schauen wir, woher Hilfe und Hoffnung kommen kann. Und so richten wir uns an Gott mit unseren Fragen, Zweifeln und Ängsten. Mir fällt dazu ein Bibelwort, der Anfang von Psalm 121, ein: „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt von Gott, der Himmel und Erde gemacht hat. Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht.“ Diese Worte, vor langer Zeit geschrieben und immer wieder gesprochen von Menschen in Zeiten von Not und Angst, machen mir Mut.
Barmherziger Gott, in dieser besonderen Zeit der Corona-Krise habe ich Angst und weiß nicht, wie es weitergehen soll. Ich fühle mich allein. Lass mich erfahren, dass du jederzeit und überall bei mir bist. Hilf du mir, wieder Vertrauen zu fassen in dich und in das Leben. Amen



Dienstag, 7. April 2020: Jesus fällt unter dem Kreuz
Das Kreuz prallt auf den Boden. Jesus stürzt auf die Knie. Er beugt sich nach vorne, sein Blick ist auf den Boden gerichtet, sein Rücken gekrümmt. Die Geißel des Soldaten zischt durch die Luft und trifft Jesus. Der Schmerz und der Knall lassen ihn zusammenzucken. Ungeduldig zieht der Soldat am Kreuz: Jesus soll endlich weitergehen, das Ziel ist längst noch nicht erreicht.
Das Stolpern und Hinfallen Jesu wird in der Bibel nicht erwähnt, obwohl jedem und jeder dieses Bild vor Augen steht. Denn es gehört zu den traditionellen Stationen des Kreuzweges.
Jesus fällt unter der Last des Kreuzes hin. Ja, manchmal ist das Leben so schwer, dass es uns in die Knie zwingt: Den Arbeitsplatz zu verlieren, kann mich straucheln lassen. Das Zusammenleben in der Familie auf engem Raum kann mich an die Belastungsgrenze oder darüber hinaus bringen. Die Angst um meine Gesundheit kann die Perspektive für die Zukunft düster scheinen lassen. Es gibt Situationen im Leben, die lassen mich stolpern, die lassen mich hinfallen. Und die anderen, die mein Fallen sehen? Hauen sie noch zusätzlich drauf und freuen sie sich über meine Schwäche? Unbarmherzig ist manchmal der Druck von außen. Mitleidslos schauen wir auf die Schwächen anderer, nicht beachtend, dass es zum Menschsein gehört, schwach zu sein.
Barmherziger Gott, im Gegensatz zu uns schaust du voller Mitleid und Mitgefühl auf uns, auf unsere Stärken und Schwächen. Lass uns einsehen, dass wir nicht immer stark und voller Energie sein können und müssen, sondern auch schwach und voller Ängste sein dürfen. Amen.



Mittwoch, 8. April 2020: Simon trägt das Kreuz für Jesus
Simon schaut zurück: der Mann, der dem Kreuz folgt, sieht so erschöpft aus, man sieht ihm die Schmerzen, die Erschöpfung und die Demütigungen deutlich an. Die Soldaten werden immer ungeduldiger. Sie treiben Simon und Jesus an. Simon schaut zurück und überlegt: Was hat dieser Mensch getan, um am Kreuz sterben zu müssen? Wie ein Verbrecher sieht er gar nicht aus. Dieser Mann hat etwas an sich, dass Simon ihm gerne hilft.
Und als sie ihn abführten, ergriffen sie einen, Simon von Kyrene, der vom Feld kam, und legten das Kreuz auf ihn, dass er's Jesus nachtrüge. (Lk 25,26)
In diesen besonderen Zeiten sind die Medien voll von Zeichen der Hilfe und Unterstützung: eine schnell gegründete Einkaufshilfe im Stadtteil unterstützt Menschen, die in Zeiten von Corona nicht mehr einkaufen können oder wollen, da sie zu einer Risikogruppe gehören. Ein Applaus vom Balkon als Unterstützung und Anerkennung für die vielen Menschen, die im Gesundheitssystem arbeiten. Ein Regenbogen auf der Straße, gemalt von Kinderhänden, als Zeichen der Hoffnung, dass alles gut wird. Ein unerwarteter Telefonanruf der Nachbarin, da ein Besuch ja zurzeit nicht möglich ist. Helfen ist so einfach, Hilfe annehmen auch. Durch Krisen rücken Menschen näher zusammen – eine gute Erfahrung!
Barmherziger Gott, in Krisen Hilfe zu erhalten, das tut gut. In Ängsten Zuversicht zu erhalten, gibt Kraft. Wir sind nicht allein, wir leben in einer Gemeinschaft mit anderen und mit dir. Lass uns das nicht vergessen. Amen.



Gründonnerstag, 9. April 2020: Jesus wird seiner Kleider beraubt
Da steht Jesus vor den Toren Jerusalem: nackt, seiner Kleider und seiner Würde beraubt. Die Soldaten entkleiden den Todeskandidaten mit Selbstverständlichkeit: es war ihr Recht, die Kleider der Verurteilten an sich zu nehmen. Auf Jesus schauen sie gar nicht, sie achten eher darauf, das Kleidungsstück nicht zu zerreißen. Und Jesus? Er steht in der Mitte des Bildes, ernst und traurig schaut er. Seine Erschöpfung ist ihm anzusehen.
Und sie verteilten seine Kleider und warfen das Los darum. (Lk 23,34b)
Nackt vor anderen stehen, ist für die meisten Menschen ein Alptraum. Kleidung schützt vor neugierigen Blicken und vor unbarmherzigen Urteilen. Stehe ich nackt, bin ich angreifbar und verletzlich. Deswegen verberge ich meinen Körper unter Kleidern, auch meine Gedanken behalte ich erst einmal für mich. Nicht jeder soll sofort wissen, was ich denke oder fühle. Ich muss mich schützen, die Mitmenschen können so grausam sein. Ich möchte nicht, dass die anderen alles von mir wissen. Auch jetzt nicht. Denn diese Zeit des #wirbleibenzuhause bringt nicht nur positive Gedanken, Kreativität und Hilfsbereitschaft hervor, sondern auch Ängste, Traurigkeit und Einsamkeit. Manche dieser Gedanken verberge ich lieber. Es muss ja nicht jeder und jede alles von mir wissen.
Barmherziger Gott, du kennst uns, du weißt alles von uns. Vor dir brauchen wir uns, unsere Gedanken und Taten nicht zu verstecken. Du kennst uns und du nimmst uns so an, wie wir sind. Dafür danken wir dir. Amen.



Karfreitag, 10. April 2020: Jesus wird ans Kreuz genagelt und stirbt
Jesus wird ans Kreuz genagelt, die Todesstrafe wird vollzogen. Drei Männer schlagen die Nägel mit Hämmern in das Holz. Ein vierter Mann hält Jesus einen Stock mit einem in Essig getauchten Schwamm hin, damit er trinken kann. Essigwasser war damals ein typisches Erfrischungsgetränk. Ein Zeichen der Menschlichkeit in dieser unmenschlichen Szene. Jesus in der Bildmitte dominiert das Bild, sein Gesicht leidend, seine Augen geschlossen. Über ihm hängt eine Tafel mit seinem Urteil: I (Jesus) N (aus Nazareth) R (König) I (der Juden), unter ihm ist schon das Totenreich sichtbar. Denn noch heute wird Jesus am Kreuz sterben.
Und es war die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten. Und es stand geschrieben, welche Schuld man ihm gab, nämlich: Der König der Juden. Und sie kreuzigten mit ihm zwei Räuber, einen zu seiner Rechten und einen zu seiner Linken. Und die vorübergingen, lästerten ihn und schüttelten ihre Köpfe und sprachen: Ha, der du den Tempel abbrichst und baust ihn auf in drei Tagen, hilf dir nun selber und steig herab vom Kreuz! Desgleichen verspotteten ihn auch die Hohenpriester untereinander samt den Schriftgelehrten und sprachen: Er hat andern geholfen und kann sich selber nicht helfen. Der Christus, der König von Israel, er steige nun vom Kreuz, damit wir sehen und glauben. Und die mit ihm gekreuzigt waren, schmähten ihn auch. Und zur sechsten Stunde kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde. Und zu der neunten Stunde rief Jesus laut: Eli, Eli, lama asabtani? Das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Und einige, die dabeistanden, als sie das hörten, sprachen sie: Siehe, er ruft den Elia. Da lief einer und füllte einen Schwamm mit Essig, steckte ihn auf ein Rohr, gab ihm zu trinken und sprach: Halt, lasst uns sehen, ob Elia komme und ihn herabnehme! Aber Jesus schrie laut und verschied. (Mk, 15,25-37)
: Jesus stirbt. Jesus ist tot. Jesus, der die Liebe predigte und lebte, ist gestorben. Jesus ist tot. Wenn der Tod in unser Leben tritt, sind wir oft überrascht, egal wie alt oder wie krank der Verstorbene war, auf den Tod sind wir niemals vorbereitet. Der Tod macht uns Angst, denn wir wissen nichts über ihn und wir können ihn nicht kontrollieren. Und so schieben wir ihn aus unserem Leben heraus, lenken uns ab, denken nicht daran, obwohl der Tod ein Teil unseres Lebens ist. Immer wieder begegnen wir in unserem Alltag dem Tod, jeden Tag nehmen wir die Fallzahlen der an Corona gestorbenen Menschen zur Kenntnis. Und wir bitten Gott, uns in dieser Krise und in der Trauer nicht allein zu lassen.
Barmherziger Gott, du bist immer bei uns, auch wenn wir das nicht immer spüren. Gib uns Kraft in der Krise, gib uns Trost in der Trauer, gib uns Hoffnung in unserem Zweifeln. Amen.



Karsamstag, 11. April 2020: Jesus wird vom Kreuz genommen
Weder in Telefonaten noch in Sprachnachrichten oder anderweitigen Audioaufnahmen ist der Sprechende zu verstehen, lediglich durch nahezu Schreien sind vereinzelt Worte erkennbar. Weder Softwareaktualisierungen noch das Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen konnten das Problem beheben.
Und siehe, da war ein Mann mit Namen Josef, ein Ratsherr, der war ein guter und gerechter Mann. Der hatte ihren Rat und ihr Handeln nicht gebilligt. Er war aus Arimathäa, einer jüdischen Stadt, und wartete auf das Reich Gottes. Der ging zu Pilatus und bat um den Leib Jesu und nahm ihn herab vom Kreuz, wickelte ihn in ein Leinentuch und legte ihn in ein Felsengrab, in dem noch nie jemand gelegen hatte. Und es war Rüsttag, und der Sabbat brach an. Es folgten aber die Frauen nach, die mit ihm gekommen waren aus Galiläa, und sahen das Grab und wie sein Leib hineingelegt wurde. Sie kehrten aber um und bereiteten wohlriechende Öle und Salben. Und den Sabbat über ruhten sie nach dem Gesetz. (Lk 23,50-56)
Noch einmal streichelt sie liebevoll das Gesicht und die Hand der Mutter. Vor einigen Minuten hat diese ihren letzten Atemzug getan, aber die Tochter kann sich noch nicht lösen. Sie bleibt noch bei der Verstorbenen sitzen, streichelt die Hände, spricht leise ein Gebet. Sie spürt, wie sich der Körper verändert. Nach einer ganzen Weile geht sie zum Telefon und ruft den Bestatter an. Bist du schon einmal mit dem Tod in Berührung gekommen? Es kann seltsam sein, jemanden, den man lebendig erlebt hat, als tote Person zu sehen oder zu berühren. Die verstorbene Person ist noch genauso vertraut und doch ganz fremd. Der Tod trennt Beziehungen. Abschied zu nehmen, beim Verstorbenen zu sitzen, ihn ein letztes Mal anzufassen, ein Gebet zu sprechen, das kann helfen zu trauern.
Barmherziger Gott, immer wieder müssen wir in unserem Leben von geliebten Menschen Abschied nehmen. Lass du uns in diesem Schmerz nicht allein, sende ein Licht in unsere Dunkelheit, ein Wort des Trostes in unsere Traurigkeit. Amen.



Ostersonntag, 12. April 2020: Jesus, der Auferstandene
Jesus, der Auferstandene, dominiert die Bildmitte. Mit den Füßen steht er noch im Totenreich, doch es ist klar: Jesus hat die Macht des Todes besiegt. Neben ihm stehen rechts die Könige David und Salomo, links Adam und Eva. Der Hintergrund leuchtet golden: Die Farbe Gold symbolisiert das Licht, das Gott in unser Leben scheinen lässt. Es war auch während des Leidens und Sterbens Jesu immer da, aber an Ostern leuchtet es besonders hell.
Jesus spricht: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. (Joh 11,25-26)
Im Frühling sehen wir das Leben überall um uns herum. Aus scheinbar toten Ästen wachsen kleine Knospen, die zu hellen Blüten werden, aus kleinen Samen sprießen bunte Blumen, aus vergrabenen Zwiebeln entstehen bunte Frühlingsblüher, aus Zweigen schießen die Blätter und färben die Wälder grün. Aus scheinbar Leblosem entsteht neues Leben. So wie Jesus am Kreuz starb und tot war, und wieder lebendig wurde. Ein Zeichen des Lebens, das den Tod besiegt. Ein Zeichen der Hoffnung, die stärker ist als die Zweifel. Ein Zeichen der Osterfreude, die spürbar wird in dem traditionellen Ostergruß „Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!“ Auch wenn keine gemeinsamen Gottesdienste und Familientreffen in dieser Zeit möglich sind, sehen wir Zeichen des Lebens und der Hoffnung um uns herum und hoffen, das die Osterfreude in unseren Herzen hell leuchtet.
Barmherziger Gott, mit deiner Liebe haben das Dunkel, die Einsamkeit und der Tod keine Macht mehr. Mit dir zu leben, heißt zu lieben. Mit dir zu sein, heißt frei zu sein. Amen.

Die Bilder stammen aus dem diesjährigen Ökumenischen Jugendkreuzweg "ICON" 2020.
Mit freundlicher Genehmigung der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der deutschen Bischofskonferenz (afj) und Bundesvorstand des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), beide Düsseldorf, sowie Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e. V. (aej), Hannover sowie Jugendhaus Versicherungen GmbH & Bereich: Verlag Haus Altenberg